Enttäuschungen können Gutes haben
Enttäuschungen können Gutes haben Da hat er sich doch eingebildet, Die hübsche Frau treffen zu können, Mit der er meint‘, so gut gebildet Das Wochenende zu verbringen. Sie ist sein Fall, groß, elegant, Gepflegt kommt sie gut rüber, Hat viel gezeigt und wie gebannt Ist er geflasht, hinüber… Natürlich spürt auch sie alsbald Auf gleicher Welle herzuschweben. Mit ihm wird’s warm, nichts ist kalt,...
Unten und Oben
Unten und Oben Wenn es unten so wundersam Mit der Liebe weitergehen soll Und nichts mehr klamm, Spürt man des Glückes Wohl: Er weiß, was sie denn will, Eingelebt mit viel Gefühl. Oben ist leicht unterhalten, Harmlos lässt es sich kalauern, Bei Wortspielen lachend aufhalten, Bei Gerüchten sogar erschauern. Doch man darf sich nicht verlieren, Muss des Lebens Freude spüren. ©Hans Hartmut Karg 2026...
“I wasted time, …”
„I wasted time, and now doth time waste me“ (Aus Shakespeare: Richard II.) „Ich habe Zeit vergeudet Und nun vergeudet diese Zeit mich.“ Habe ich je um Hilfe geläutet, Doch Zeit, wie erreiche ich Dich? Zwar scheinen unzertrennlich zeitnah wir In all unseren sehr langen Lebensjahren, Doch der Despoten und Tyrannen Machtgier Lässt uns schlechter in die Zukunft fahren. So ist denn wertvolle Zeit...
Das Erzählen wieder lernen
Das Erzählen wieder lernen Wir müssen wieder lernen, Geschichten zu erzählen, Sonst geht Frohsinn verloren. Erzählen heißt besternen, Fantasien zu erwählen, Wo wir hineingeboren. Wenn wir das nicht hinkriegen, Geht Lebensfreude uns verloren, Der Ton wird fad, der Himmel grau. Denn Schwerfälligkeit ist zu besiegen, Wir wissen, wie das Schaf geschoren, Die Geschichte wird zur Wesensschau. ©Hans...
Ausdruckswandel
Ausdruckswandel Jung hat sie sich wild hingeworfen Im Spiel, um expressiv zu sein, Dafür bekam sie Flecken, Schorfen, Jung ließ man sie ja ganz allein. Doch mit den Jahren stand sie still, Warf einen Satz nur in die Leere. Dahinter stand ihr Grundgefühl, Zuschauer spürten ihre Schwere. Das überzeugte, nicht der Ausbruch, Man kann von Sanftheit kaum weggehen, Wenn Worte wie aus dickem Buch...
Sie sagte
Sie sagte Er fragte sie einmal, Weshalb sie so gut lieben könne. Sie sagte: „Immer noch bin ich ein Kind geblieben, Deshalb kann ich so frei herüberkommen, Beseelt von Unschuld, Neugier und Verspieltheit. Da fällt mir leicht vollkommenes Lieben, Nichts ist mir von der Lust genommen, Stets zur Verwegenheit bereit. Männer spüren das Freie und den Ernst, Mit denen ich sie allzeit gern verwöhne,...
Der Star – Wind aus Ruhm und Schweigen
Star, sag mir, warum wehst du wie der Wind, mal Sturm, mal Hauch – nur ein suchendes Kind. Dein Reden treibt wie Wolkenflug vorbei, zu rasch verweht, zu selten offen und frei. Du warst ein Held, ein Leuchten gegen Nacht, doch Beifall, Glanz und Geld haben dich sacht in jenes grelle Schweigen eingehüllt, das deine Wahrheit dämpft und Räume füllt. Du strahlst wie ein Stern in blendender Pracht,...
Hätte man mir
Hätte man mir Hätte man mir als Kind prophezeit, Die Welt wäre tatsächlich janusköpfig, Hätt‘ ich gesagt: „S’ist nicht g’scheit, Sie ist eben nur drachenköpfig.“ Das unterscheidet unsere Hemisphären, Unseren Okzident vom fernen Orient: Bei uns ist es das Drachenabwehren, Mit Lanze man den Georg kennt. Doch in China ist der Drache heilig, Da gibt es sogar ein Drachenjahr: Man feiert dort...
Gefrierendes
Gefrierendes Gefrierendes wird jetzt schneeüberweht, Flächendeckend als Landschaftsauflage Mit den Dächern weiß, wo auch steht Das Weiherland in Januarplage. Bitter kalt und flockenumtanzt Sind Wälder gepudert mit viel Weiß, Straßen und Wege schneeverschanzt, Alles ist eisig, auf Winterreis‘. Wer hätte von uns jemals gedacht, Dass nach diesen überwarmen Wintern Die Schlitten wieder zum Hang...
HERRSCHAFT
HERRSCHAFT Wenn die Gedanken erkranken, bedanken sich Ängste, Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung Denn ihre Macht kennt keine Schranken Stephan Wannovius, Dalian, China, 28/ u. 29/07/25
WACHT UND ÜBERWACHUNG
WACHT UND ÜBERWACHUNG Der Wächter wacht auf seiner Wacht Der Überwacher überwacht mit aller Macht Er ist auf die kleinste Schwäche der Überwachten bedacht Bei seiner Arbeit hat er sich nichts gedacht Das Gewissen anderer hat er zu seinem Gewissen gemacht Fraglos hat er es damit weit gebracht Stephan Wannovius, Dalian, China, 05/09/25 Anmerkung: Inspiriert von eigener Erfahrung mit...
VOLL/LEER
VOLL/LEER Das Boot ist voll: Kein Neuer, Fremder passt mehr rein Wir bleiben mit uns allein Nicht so in der Kirche: Leere Bänke laden alle Mühseligen zum Ausruhen ein Jesus Christus heisst jeden willkommen: "Nehmt Platz - es ist genug da" Stephan Wannovius, Dalian, China, 04/01/26
FREUND UND FEIND
FREUND UND FEIND Dein Feind wird zu deinem Freund Dein Freund wird zu deinem Feind Ersteres wäre ein Traum Letzteres ein Alptraum Stephan Wannovius, Dalian, China, September 2025
WER IST WER?
WER IST WER? Freunde kann man leiden Feinde muss man meiden Doch wer kann heute Freunde von Feinden scheiden Donald Putin - ein Feind? Ganz sicher Wladimir Trump - ein Freund? Eher nicht Oder trotz allem doch? Sultan Recep Tayyip Erdogan - ein Partner Fraglich Warum nur hat uns Gott mit alten weissen Männern bestraft? Stephan Wannovius, Dalian, China, 04/01/26
(UN)SICHER
(UN)SICHER Nur eines scheint heutzutage sicher: SICHER ist auch nicht mehr sicher Stephan Wannovius, Dalian, China, September 2025
(ÜBERFLÜSSIG II
ÜBERFLÜSSIG II Was notwendig, was überflüssig, ist oft nicht schlüssig Aber manchmal ist die Diskussion darüber überflüssig Stephan Wannovius, Dalian, China, 04/01/26
(ÜBER)FLÜSSIG
(ÜBER)FLÜSSIG Kaufst du ein, solltest du möglichst flüssig sein Fühlst du dich überflüssig, interessiert es kaum jemanden, ob du flüssig bist oder nicht Du bist für andere - nicht Stephan Wannovius, Dalian, China, 04/09/25
GOTTES WORT
GOTTES WORT ---- Vorwort GOTT SPRICHT Gott spricht In Begegnungen In Ereignissen In Erlebbissen In Herzen In Träumen Und hauptsächlich durch die Heilige Schrift Gott spricht Aber der Heilige Geist hilft zu verstehen Stephan Wannovius, Dalian, China, 04/01/25 GOTTES WORT Für Gläubige ist Gottes Wort ein kostbarer Hort ein Rettungsort Ungläubige laufen dagegen stets fort vor Gottes Wort Gottes...
LICHT DER WELT VERTREIBT DUNKELHEIT
LICHT DER WELT VERTREIBT DUNKELHEIT Der Schwermut Reiter, der Schwermut Reiter kommen immer, immer näher Nein, sie ziehen nicht einfach weiter Das große Glück habe ich gesucht und nicht gefunden Selbst das kleine Glück ist mir inzwischen entschwunden Das muss ich ehrlich bekunden Doch obwohl selbst das kleine Glück entschwunden, bleibe ich nicht an die Traurigkeit gebunden Ich gestehe, ich...
Auch wenn es
Auch wenn es Auch wenn es gar mancher so meint: Die Welt dreht sich nicht nur um Amerika, Doch alles auf der Erde bestimmt das Klima. Forscher sind damit längst erkenntnisgeeint: Kommt die Erde wirklich der Sonne zu nah, Sind auf Erden nur noch Heißzeiten da! Wir können natürlich weiter global tanzen Und alle Tatsachen mit Frageverboten verdrängen, Bis auf der Party irgendwann das Erdschiff...
Unser Schicksal
Unser Schicksal Unser Schicksal kann so viel ertragen, Jedoch keine Beleidigungen, keine Erniedrigungen. Solche Anwürfe müssen wir verjagen, Sowohl wir Alten, als auch unsere Jungen. Schicksale brauchen keine üble Schwarmmentalität, Vielmehr Ethik mit Seelengröße und Vernunft, Sonst ist alles für unsere Zivilisation zu spät, Wenn wir mitlaufen zu einer Teufelszukunft. Das unterscheidet den...
FALSCHES DENKEN
FALSCHES DENKEN Wie schwer ist es doch, das falsche Denken in die richtige Richtung zu lenken Aber Versuche sollte man sich dennoch nicht schenken Mal sehen, vielleicht wird ja Änderung geschehen Mit Gottes Hilfe kann es gehen Stephan Wannovius, Dalian, China, 09/09/25 und 03/01/26
EINZELGÄNGER
EINZELGÄNGER Dichter sind Einzelgänger auf der Suche nach Resonanz, Akzeptanz und ein wenig Glanz Sie sehnen sich danach, auf ihren lyrischen Wegen geneigten Lesern und Hörern zu begegnen Doch wenn sie andere Dichter sehen, wird es oft geschehen, dass sie sich stolz gegenseitig übersehen und übergehen Wer kann solchen Hochmut verstehen? Stephan Wannovius, Dalian, China,...
ICHWÄRTS DICHTEN
ICHWÄRTS DICHTEN Dichter begegnen sich selten von Angesicht zu Angesicht Dichter ermutigen, fördern dennoch einander Dichter fördern, ermutigen einander eher nicht Je nach ihrer charakterlichen Sicht Denn nicht alle fühlen Solidarität und Anstandspflicht Nicht wenige achten allein auf ihr poetisches Gewicht Sie meinen schlicht, fremdes Gedicht zu beachten, schade ihrem eigenen Gedicht Stephan...
BEKENNTNIS EINES AUSFÜHRLICHEN
BEKENNTNIS EINES AUSFÜHRLICHEN Satire ------ Lieber lang und recht als kurz und schlecht Lieber lang und mündig als kurz und unmündig Lieber andere ausführlich in den Schlaf gebracht als kurz alles zum Erholungsausflug gemacht Lieber ins Detail gehen als nur Überschriften verstehen Stephan Wannovius, Dalian, China, 14/08/25
FLÜCHTIG
FLÜCHTIG Das Leben kurz und flüchtig Auch die verneintlich größten Taten sind nichtig Leer die warmen Hände, mit denen tritt man hinein Leer die kalten Hände an des Daseins Ende Stephan Wannovius, Dalian, China, August 2025
KÜNSTLERGEBET
KÜNSTLERGEBET Gedicht/Gebet/Gebetsgedicht ------------------------- Herr, schenke allen Künstlern Resonanz und Anerkennung, die den Herzen schmeichelt und die Seele streichelt Bewahre sie vor den Schmerzen der Niederlage, des Misserfolges und der Verachtung Behüte sie ebenso vor übermäßigem Ruhm, der ihnen zu Kopf steigen könnte Danke, lieber Herr Jesus Christ Leite und begleite ihr Handeln,...
WEIHNACHTEN
WEIHNACHTEN Weihnachten ist nah Doch für die meisten ist Weihnachten weit Sie sind noch nicht oder nicht mehr für die Ankunft Gottes auf Erden bereit Stephan Wannovius, 25/07/25 Das orthodoxe Christfest steht tatsächlich noch bevor.
JEDER LIEBT SICH
JEDER LIEBT SICH Dich liebst du Mich liebe ich Sich liebt er Sich liebt sie Sich liebt divers Wenn alle sich lieben, scheint Liebe für alle da Doch was ist, wenn divers, eine, einer sich zu wenig und andersdivers, eine andere oder ein anderer sich zu viel liebt Gibt jemand von seiner zu großen Eigenliebe ab Oder bleibt eine solche Liebe stets bei sich, das heisst bei ihm, ihr oder divers Kann...
CHARAKTERFEST
CHARAKTERFEST Bist du lieb, nett und fein, wirst du nur schwer böse, garstig und gemein Grundlegende Charakterveränderung tritt selten ein Stephan Wannovius, Dalian, China, 03/01/26 Ich persönlich habe schon vor Jahrzehnten verlernt zu hassen. Man wirft mir vor, ich könne nicht: böse und gemein. Stephan Wannovius, 03/02/26