Fünfte Rauhnacht – Abschluss und Maß im Zeichen des hl. Silvester
Die fünfte Nacht zählt nicht Gewinn, sie schließt die Bücher ohne Zorn. Was war, wird nicht erneut verpackt, nur still als Teil des Wegs erkannt. Silvester lehrt das rechte Maß: Nicht jedes Ende braucht Applaus. Was würdig war, darf würdig geh’n, ohne es neu zu überhöh’n. So lässt die Nacht, was nicht mehr trägt, und hält, was wirklich weitergeht. Ein Jahr darf ruh’n, bevor es fällt, damit es...
Vierte Rauhnacht – Gewissen und Haltung im Zeichen des hl. Thomas Becket
Die vierte Nacht kennt Gegenwehr, sie duldet keinen bill’gen Frieden mehr. Wo Macht befiehlt und Wahrheit schweigt, wird Haltung oft zur Einsamkeit. Becket steht, nicht hart, nicht laut, doch unverkaufbar, unbeugt. Er weiß: Gehorsam endet dort, wo Lüge Herr wird über Wort. So fragt die Nacht mit klarem Blick: Was kostet dich dein Aufrechtsein? Gewissen ist kein warmer Raum, doch ohne es bleibt...
Dritte Rauhnacht – Unschuld und Klage im Gedenken an die Unschuldigen Kinder
Die dritte Nacht kennt keinen Trost, kein Wort, das alles heilend schloss. Sie hält das Weinen einfach aus, verwehrt dem Sinn den schnellen Aus. Kein Name glänzt, kein Held besteht, nur Leben, das zu früh vergeht. Die Nacht fragt nicht nach Schuld und Plan, sie schaut dem Leid standhaltend an. Wer hier nicht flieht, nicht deutet, nicht verliert das Menschsein nicht im Licht. Die Unschuld mahnt...
Zweite Rauhnacht – Erkenntnis und Nähe im Zeichen des hl. Johannes
Die zweite Nacht bleibt nah am Wort, sie trägt kein Schild, sie predigt nicht. Sie bleibt, wo andere weitergeh’n, um tiefer noch das Licht zu seh’n. Johannes hört, bevor er spricht, er misst die Wahrheit nicht am Lärm. Was Fleisch geworden ist, bleibt hier, nicht Idee, nicht fernes Ziel. So fragt die Nacht: Wo bist du nah? Wo warst du da – und doch nicht da? Erkenntnis wächst nicht aus dem...
Zwölfte Rauhnacht – Erkenntnis, Aufbruch und neue Ausrichtung
Die zwölfte Nacht trägt keinen Lärm, sie hebt den Blick, nicht den Alarm. Ein Stern genügt, nicht grell, nicht nah, doch klar genug, dass Richtung da. Kein Ziel wird festgeschrieben heut, nur Maß und Mut zur neuen Zeit. Wer schaut, erkennt, was weiterführt, auch wenn der Weg noch unberührt. Geschenke sind kein frommer Schein: Man legt sich selbst dem Sinn hinein. Was Gold war, wird zu...
BESONDERHEITSPARADOX
BESONDERHEITSPARADOX Ich bin nichts Besonderes Vielleicht ist gerade das das Besondere Stephan Wannovius, Dalian, China, Herbst 2025
BESONDERS
BESONDERS Bitte keine Sonderbehandlung Möglicherweise könnte ich sie nicht überleben Aber mit einer besonderen Behandlung würdet ihr mir durchaus dienen Stephan Wannovius, Dalian, China, Herbst 2025
LYRISCHE EINSAMKEIT
LYRISCHE EINSAMKEIT Ihr Werk verrichtet sie allein, weil sie dabei auf jegliche Gemeinschaft verzichtet Sie, die Einsamkeit, die dichtet, dichtet, dichtet In ihrem poetischen Streben versäumt sie das wahre Leben Doch manchmal träumt sie davon, ihr Gedicht möge Mauern der Gleichgültigkeit überwinden und der Menschen Herzen finden Fremde Herzenswärme spürte die lyrische Einsamkeit recht gerne...
DER SCHUBLADENDICHTER UND DER BEKANNTE DICHTER
DER SCHUBLADENDICHTER UND DER BEKANNTE DICHTER Der Schubladendichter klagt: "Kaum ein Dichterleben ist einsamer und schlichter." Der bekannte Dichter sagt: "Du hast wenigstens keinen Kritiker, keinen Richter." Der Schubladendichter klagt: "Ohne Resonanz, ohne Akzeptanz fehlt meinem Schaffen jeglicher Glanz." Der bekannte Dichter sagt: "Schon oft habe ich mich nach des Ruhmes Sinn gefragt. Nicht...
Elfte Rauhnacht – Treue, Ausdauer und der unspektakuläre Weg
Die elfte Nacht verlangt kein Licht, das weithin strahlt und schnell verspricht. Sie geht den Weg, den keiner nennt, weil er sich nicht im Glanze brennt. Kein Ziel ruft laut, kein Lohn erscheint, nur Schritt um Schritt, der ehrlich meint. Was heute zählt, ist kein Applaus, nur dass du bleibst und hältst es aus. Die Nacht fragt nicht, ob man dich sieht, nur ob dein Maß dich weiterzieht. Denn...
Zehnte Rauhnacht – Verantwortung und Konsequenz
Die zehnte Nacht fragt ohne Zier, was folgt aus dem, was glaubst du hier. Kein Wort bleibt leicht, kein Denken frei, wenn Tat und Haltung zweierlei. Was du erkannt hast, fordert Gang, nicht morgen erst, nicht irgendwann. Die Nacht verzeiht kein leeres Bekenntnis, sie misst den Schritt am Ernst der Kenntnis. Kein Applaus zählt, kein guter Ruf, nur ob dein Handeln Brücken schuf. Denn Wahrheit, die...
Neunte Rauhnacht – Die Nacht des Namens und der Klarheit
Die neunte Nacht verliert die Flucht, kein Schweigen mehr, das sich versteckt. Was unausgesprochen blieb, wird schwerer als das, was man trägt. Kein Rauch verhüllt, kein Bild ersetzt, was nun beim Namen genannt sich setzt. Denn was man scheut zu formulieren, beginnt im Innern zu regieren. Ein Name fällt, nicht laut, nicht hart, doch klarer als es Lärm je war. Er trennt nicht Mensch von Mensch...
VERGEBLICH
VERGEBLICH Der Mensch will im Leben Bedeutung und Größe erlangen Doch schon bald ist er von Krankheit, Siechtum und Tod umfangen Stephan Wannovius, Dalian, China, 09/09/25
BÖSE
BÖSE Dichter sind genauso böse wie alle anderen Dabei aber vielleicht wortgewandter und empfindlicher Stephan Wannovius, Dalian, China, 08/09/25
(NICHT) DICHT(ER)
(NICHT) DICHT(ER) Oft nicht ganz dicht, schreiben sie manchmal ein geniales Gedicht - Dichter Stephan Wannovius, Dalian, China, 14/09/25:
VÄTERLICHER FREUNDSCHAFTSRAT
VÄTERLICHER FREUNDSCHAFTSRAT (eines fiktiven Vaters) Mein liebes Kind, das Leben wird es dir nicht ersparen Früh genug wirst du es bitter erfahren: Auch reine Freundschaften kommen und gehen Nur wenige können bis zum Tode bestehen Mein liebes Kind, sei deinen Freunden ein Freund, wie du ihn gern hättest Sei dessen stets eingedenk: Wahre Freundschaft ist ein kostbares himmlisches Geschenk Stephan...
ANFRAGE
ANFRAGE Du kennst alle Welt Aber kennst du auch Gott Alle Welt kennt dich Aber kennt ebenso Gott dich Am Tage des Gerichts Stephan Wannovius, Dalian, China, 18/09/25
KENNER I
KENNER I Einer kennt Gott Ein anderer alle Welt Doch nur wenige kennen Gott u n d alle Welt Gott kennt sich und seine Verheissungen Für dich und mich Gott kennt seinen Sohn Gott kennt den Heiligen Geist Gott kennt alle Welt und jeden Ach, könnte doch jeder den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist kennen Gegenwart und Zukunft sähen anders aus Stephan Wannovius, Dalian, China, 18/09/25 und...
UMKEHR
UMKEHR Gott macht dich klein, um dich wieder groß zu machen Groß im Glauben an Groß im Vertrauen auf ihn Stephan Wannovius, Dalian, China, 18/09/25
MÖGLICHE ERKLÄRUNG
MÖGLICHE ERKLÄRUNG Wir können ihn nur verstehen, wenn wir die Ursachen sehen Vielleicht liegt Gröpaz* Donald Trump einfach Größenwahn im Blut - in seinem deutschen Blut Stephan Wannovius, Dalian, China, Herbst 2025 und 01/01/26 * Gröpaz heisst "Größter Präsident aller Zeiten"
DAS LETZTE WORT
DAS LETZTE WORT Vom Christlichen Glaubensbekenntnis inspiriert -------- Selbst Zar Donald Putin, Gröpaz* Wladimir Trump und Sultan Recep Tayyip Erdogan wird Jesus Christus wie alle Menschen richten Egal, was sie im Leben anrichten oder ausrichten, auch die Mächtigsten laufen ihm nicht fort Stephan Wannovius, Dalian, China, Herbst 2025 und 01/01/26 * Gröpaz bedeutet "Größter Präsident aller...
BLITZ
BLITZ Selbstironie ----------- Mein ganzes Leben wartete ich vergeblich auf einen Geistesblitz Stattdessen begegneten mir im Auto so manche Blitzgeister Stephan Wannovius, Dalian, China, 30/11/25
BLICKWECHSEL
BLICKWECHSEL Mein Gedicht richtet nichts aus Das schlägt mich nieder Mein Gedicht richtet nichts an Das tröstet mich wieder Stephan Wannovius, Dalian, China, 30/11/25
„Flucht vor der Wirklichkeit“
Wir fliehen, nicht mit Koffern, sondern mit Bildschirmen, mit Serien, mit endlosen Feeds, mit Gedanken, die alles erklären — nur nicht uns selbst. Wir reden von Freiheit und meinen Entzug. Wir reden von Sinn und meinen: „Es ist egal.“ Eskapismus ist die Kunst, nicht da zu sein, wo das Leben stattfindet. Nihilismus ist die Theorie, dass es sich nicht lohnt. Doch während wir die Welt wegscrollen,...
geDICHT
geDICHT Dein, mein Gedicht Auch 2026 machen die meisten dicht Und untereinander mögen wir Poeten uns häufig nicht Stephan Wannovius, Dalian, China, 01/01/26
DAS FÄNGT GUT AN
DAS FÄNGT GUT AN Trump lügt weiter, weiter, weiter Putin nicht zum Frieden bereiter Für Erdogans Gefangene keine Rettungsleiter Auch 2026 eisige Zeiten Stephan Wannovius, Dalian, China, 01/01/26
BESSER
BESSER Besser Gott kennen als alle Welt kennen Alle Welt kann keinen retten Doch kommt es darauf an, ist dir der Vater nah Seine Liebe und Hilfe sind für dich da Stephan Wannovius, Dalian, China, 2025
WAS DU SAGST
WAS DU SAGST Es ist weniger wichtig, was du sagst, als das, was andere behaupten, du hättest gesagt Stephan Wannovius, Dalian, China, Herbst 2025 Egal was du sagst, deinem Feind machst du es niemals recht Stephan Wannovius, Dalian, China, Herbst 2025
KINDERTRÄNEN
KINDERTRÄNEN Kinder, Kinder haben es schwer Kindertränen werden mehr und mehr Milliarden Tränen fliessen ins große, große Meer Doch das interessiert die Weltöffentlichkeit nicht sehr Die Erwachsenen wollen das Wissen meiden, wie stark die Kleinen leiden Sie möchten nicht sehen, wie häufig Armut, Hunger, Krieg, Missbrauch und Verbrechen den Kleinsten und Verletzlichsten geschehen Stephan...
DU ALLEIN
DU ALLEIN Denke, was du denkst Denke nicht, was ein anderer denkt, das(s) du denkst Empfinde, was du empfindest Empfinde nicht, was ein anderer empfindet, das(s) du empfindest Meine, was du meinst Meine nicht, was ein anderer meint, das(s) du meinst Schreibe, was du schreibst Schreibe nicht, was ein anderer schreibt, das(s) du schreibst Suche, was du suchst Suche nicht, was ein anderer sucht,...